Zombies

Vorwort

Zombies!?!? Wie passt denn dieses Thema zu einem Blog für philosophische Kultur? Nunja, David Chalmers, ein australischer Philosoph, beschäftigt sich ausgiebig mit den Themenfeldern der Sprachphilosophie und dem Geist-Seele-Problem bzw. Dualismus. Hierbei vertritt er, ohne mit der Wimper zu zucken, das Argument des philosophischen Zombies - ein Mensch, der platt gesagt, keine Emotionen aufzeigt. Neben diesem Philosophie-Gedanken kann jeder denkende Mensch, zumindest jeder, der die FSK 18-Voraussetzung erfüllt, etwas mit dem Begriff "Zombie" anfangen. Anfangen bedeutet nichts Geringeres als dass der Begriff Zombie mit Vorstellungen und Bildern aufgefüllt wird, sodass wir zumindest unsere eigene Vorstellung von einem Zombie haben. Dies soll erstmal als Beweis und Beleg genug dienen, dass das Zombie-Thema ebenfalls ein Kulturthema ist. Falls es noch Skeptiker gibt, dann sei jedem Zweifler die Frage gestellt, ob denn das breitgefächerte und vielseitige Angebot an Sex (und Pornografie!) ebenfalls kein Kulturangebot für die menschliche Spezies darstellt? Nein?!? Dachte ich es mir doch. Denn Sex und Pornografie sind nämlich allgegenwärtig, was uns schon ein beherzter Blick in die oberen Regionen der Zeitungsregale in gut sortierten Kiosk-Geschäften beweist! Nun,warum jetzt diese Frage an die Zweifler und Skeptiker? Weil es auch Porno- und Erotik-Zombie-Filme gibt (!) - und deren Anzahl steigt beträchtlich. Und nicht nur diese besonderen Filmen zeigen auf, wie weitläufig das Themenfeld "Zombie" eigentlich ist, und dass es nicht nur um die gehirnfressenden Monster geht - wobei so richtige gute Zombie-Streifen jeden Film-Abend kräftig anheizen.

 

Zombies sind philosophisches Kulturgut. Die Vielfalt und das Facettenreichtum, was alles ein Zombie ist und sein könnte, ist enorm. Doch sicherlich werden die meisten von euch, wenn sie an Zombies denken, an miese Horrorfilme (oder nun auch womöglich an Porno-Filme?) der Kategorie B und C denken. Diese Horrorfilme, in denen schlechtgeschminkte Schauspieler blutbeschmierte Kleidung tragen und mit ausgestreckten Armen hin und her schwankend das Wort "Gehirn" stöhnen. Aktuelle Filmegucker kennen wohl auch Zombies, die nicht so träge unterwegs sind - sondern sich richtig flott und schnell bewegen. Sogar so flott, dass sie selbst Parcour-Lauf-Profis zum Staunen bringen. Trotz dieser Mobilität werden sie nicht unbedingt klüger - aber wirken (filmisch) gefährlicher. Es gibt aber nicht nur angsteinjagende Zombies, die schnell und langsam unterwegs sind, sondern auch romantisch-tragische Zombie-Leben, wie die Emily im Film "Corpse Bride" von Tim Burton. Emily sehnt sich einfach nur nach Liebe und Erlösung.

 

Neben einer riesigen Zombie-Filmlandschaft finden wir ebenso viele verschiedene Zombie-Typen in einem ganzen Haufen Comics und Bücher. Unser Bild von Zombies speist sich hauptsächlich durch den Einfluss dieser ganzen Filme, Bücher und Comics. Erstaunlicherweise gibt es kaum ernstzunehmende Forschungen über das Zombie-Thema. Immerhin ist die künstliche Kulturfigur Zombie aus der Horrorfilmlandschaft nicht mehr wegzudenken. Und unser Zombie nicht nur eine Kreativ-Figur. Buch-Klassiker wie "Frankenstein or The Prometheus" von Mary Shelley und Film-Klassiker wie "Das Cabinet des Dr. Caligari" von Robert Wiene machten den Zombie zum wertvollen und bereichernden Kulturgut. Dies erkennen wir daran, dass jeder von uns weiß, was ein Zombie ist oder sein könnte. Zombies gehören zu unserem breiten Repertoire an kulturellem Wissen. Doch nicht nicht nur dies. Darüber hinaus berühren die Zombies ein Themengebiet, was die Menschen seit jeher beschäftigt. Ein Themengebiet, was sich mit Tod, Leben, Ausgeliefertsein, Ängste und Zerfall beschäftigt.

 

Was ist Leben? Was ist Tod? Gibt es mehr als die beiden Extreme Leben und Tod? Befinden wir uns dazwischen? -  als willenslose Sklaven? Nicht nur diese Fragen zeigen, dass das Zombie-Thema unsere gesamte Welt und Kultur durchzieht. Tagtäglich beschäftigen wir uns mit unserem eigenen Leben und suchen nach einem Sinn. Mal zweifeln wir, ob wir unser Leben wirklich leben und mal baden wir in Glück und Leid. Kaum einer kann wohl die Frage beantworten, was einen Menschen zum Menschen macht. Ist es unser Wille? Unser freier Wille? - wenn er denn so frei ist. Sofern wir ein Anhänger von etwas geworden sind, wie ein Anhänger einer Musikgruppe oder eines Stars, den wir verehren, dann sind wir längst nicht mehr Herr unserer Sinne. Wir könnten auch Anhänger einer politischen und moralischen Linie sein, die wir ohne Skepsis und Zweifel blindlings verfolgen. Was uns zu Menschen macht - macht uns ebenso zu Zombies! Leidenschaft und Liebe treiben uns nicht nur an, sie machen auch blind - und lassen uns Dinge tun, in Zusammenrottung oder alleine, die wir mit etwas mehr Vernunft nicht tun würden. Dazu zählen ebenso Dinge wie Krieg und Zerstörung, die wir auch aufgrund unserer religiösen Leidenschaft Wirklichkeit werden lassen, was die Band Cranberries mit ihrem Lied "Zombie" eindrucksvoll zum Audruck bringt.

 

Immer wieder können wir uns dabei ertappen, dass uns bei bestimmten Anlässen eine Art Trance befällt und wir in einen Rauschzustand hineingezogen werden. Häufiger, wenn wir uns dafür öffnen und seltener, wenn es uns aufgezwungen wird. Anhänger der Yoruba-Religion machen es freiwillig und irgendwie auch nicht, wenn sie schon von kleinauf mit der Religion großgeworden sind und nichts anderes als diese Religion kennen. Religion und die Zombieverehrung ist die eine Sache.... - werden sicherlich die einen oder anderen von euch sagen. Doch auch in unserer ausgelebten Ideologie können wir eine Unmenge von Zombies ausmachen. Betrachten wir nur einmal die ganzen "Konsum-Zombies", die immer das Neueste vom Neuesten haben wollen - und sich ein Leben ohne Werbung und Life-Style-Magazine gar nicht mehr vorstellen können.

 

Wie ihr seht, gibt es eine ganze Menge Zombie-Berührungspunkte. Zombies gibt es in vielen erdenkbaren Arten und Möglichkeiten. Vom verwesten Untoten bis hin zu Fashion-Victim ist alles dabei - und wohl noch viel mehr. Auf dieser Seite werdet ihr eine Fundgrube finden, die dem Zombie-Thema auf den Zahn fühlt und sich immer weiter ausbaut. Ihr werdet nicht nur über eine lohnenswerte Auswahl diverser Zombie-Filme, Zombie-Bücher und Zombie-Musik informiert, sondern ebenso über Kulturphänomene und über wissenschaftliche und philosophische Erkenntnisse. Schaut einfach mal rein und genießt dabei den klassischen Zombie-Cocktail-Drink*.

 

euer quarklicht

Themen

* und so könnt ihr diesen Cocktail zubereiten (Originalrezept):

 

Zutaten:

3 cl hochprozentiger Rum

1 cl weißer Rum

2 cl goldener Rum

1 cl brauner Rum

1 cl Kirsch-Brandy

1 cl Apricot-Brandy

4 cl Ananas-Saft

2 cl Orangensaft

3 cl Limettensaft

1 cl Papayasaft

0,5 cl Mandelsirup

 

Alle Zutaten müsst ihr in einem Shaker (bis auf den hochprozentigen Rum) mit Eis kurz und kräftig schütteln. Anschließend in ein Long-Drink-Glas geben und mit einem Pfefferminzblatt, einer Limettenscheibe und Ananasstücken garnieren.  Zum Schluss träufelt ihr mit einem Löffel den hochprozentigen Rum über euer Getränk.

Übrigens hat dieses Getränk Ernest Raymond Beaumont-Gannt alias Donn Beach im Jahr 1934 erfunden. Er mixte den noch namenslosen Cocktail für seinen verkaterten Freund, der gleich nach San Fransisco fliegen wollte. Und dieser fühlte sich nach drei Gläsern und während des ganzen Fluges wie ein Untoter - so zumindest die Legende.